Manfred Eigen

Manfred Eigen



Manfred Eigen gehört zu den vielseitigsten deutschen Wissenschaftlern. Nach seinen bahnbrechenden Arbeiten zu ultraschnellen Reaktionen, für die er 1967 mit dem Nobelpreis für Chemie geehrt wurde, wandte er sich der Biochemie zu und beschäftigte sich mit Fragen zur Evolution. Seine Theorien zur Selbstorganisation komplexer Moleküle und seine Entwicklung von "Evolutionsmaschinen", mit der er diese Theorien in die Praxis umsetzte, begründeten einen neuen Zweig der deutschen Biotechnologie-Branche – die evolutive Biotechnologie. Mit den von Manfred Eigen und seinen Mitarbeitern am Institut bis zur Produktionsreife entwickelten Evolutionsmaschinen lassen sich grundlegende Mechanismen der Evolution untersuchen, beispielsweise die Tricks, mit denen das AIDS-Virus und andere tückische Krankheitserreger das Immunsystem überlisten. Evolutionsmaschinen können zudem dabei helfen, neuartige Wirkstoffe für Medikamente zu entwickeln. Manfred Eigen war Mitbegründer zweier erfolgreicher Unternehmen, der Hamburger Evotec AG und der DIREVO Biosystems AG/Köln (heute: Bayer HealthCare AG).

Manfred Eigen studierte Physik und Chemie an der Universität Göttingen. Nach seiner Promotion im Fach Physik bei Arnold Eucken und einer zweijährigen Forschungstätigkeit am Institut für Physikalische Chemie der Universität Göttingen wechselte er 1953 an das Göttinger Max-Planck-Institut für physikalische Chemie. Dort wurde Eigen 1958 als Direktor und Leiter der Abteilung "Chemische Kinetik" berufen. Auf seine Initiative ging aus diesem Institut 1971 das heutige Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie hervor. Die Vision von Manfred Eigen war es, am neu gegründeten Institut komplexe Lebensvorgänge mit biologischen, chemischen und physikalischen Methoden zu erforschen. Eine Vision, die den Erfolg des Instituts maßgeblich mitbestimmt hat und die in den Abteilungen und Forschungsgruppen auch heute noch trägt. 

Manfred Eigen ist so häufig geehrt worden wie kaum ein anderer deutscher Wissenschaftler. Für seine Forschung über "schnelle kinetische Reaktionen" erhielt er 1967 den Nobelpreis für Chemie. Neben einer großen Anzahl weiterer renommierter Preise wie dem Otto-Hahn-Preis für Chemie und Physik (1962), dem Paul-Ehrlich- und Ludwig-Darmstädter-Preis (1992) und dem Lifetime Achievement Award des Institute of Human Virology in Baltimore (2005) wurden Manfred Eigen 14 Ehrendoktorwürden verliehen. Er ist Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler Akademien. 

 
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