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Kontakt

Prof. Dr. Patrick Cramer
Programm-Sprecher der IMPRS,
Direktor der Abteilung Molekularbiologie am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie
Telefon:+49 551 201-2800
Dr. Henriette Irmer
Programm-Koordinatorin der IMPRS
Telefon:+49 551 201-2821

Pressemitteilung

Göttingen erhält eine neue International Max Planck Research School for Genome Science

6. März 2017

Im Herbst dieses Jahres startet ein neues Promotionsprogramm am Göttingen Campus. Die International Max Planck Research School (IMPRS) for Genome Science ist eine Kooperation zwischen der Universität Göttingen und vier Max-Planck-Instituten (MPI) – den MPI für biophysikalische Chemie, für Dynamik und Selbstorganisation und für Experimentelle Medizin in Göttingen sowie dem MPI für Molekulare Genetik in Berlin. Darüber hinaus sind das Deutsche Primatenzentrum, das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung in Göttingen beteiligt. Im Promotionsprogramm werden modernste experimentelle und computergestützte Ansätze aus den Lebenswissenschaften kombiniert, um die Studierenden in den Genom-Wissenschaften auszubilden. Interessierte mit entsprechender Qualifikation können sich bis zum 15. April 2017 bewerben.

 

In den letzten Jahren hat der technische Fortschritt die Datenakquise in den molekularen Lebenswissenschaften beschleunigt. Auch in der Genom-Forschung hat die Entwicklung sogenannter Hochdurchsatz-Technologien dazu geführt, dass einzelne Experimente in kurzer Zeit große Datenmengen generieren. Das Promotionsprogramm soll junge Forscherinnen und Forscher dazu befähigen, große Datenmengen zu analysieren sowie experimentelle und theoretische Disziplinen der Genom-Forschung besser verzahnen. Um dies zu erreichen, werden die Studierenden während ihrer Promotion verschiedene Bereiche kennenlernen: Dazu zählen experimentelle Disziplinen wie Genomik, Transkriptomik, Proteomik, Metabolomik und Bioimaging sowie wichtige theoretische Disziplinen, darunter Stochastik, theoretische Physik, Bioinformatik und computergestützte Biologie.

Die <em>IMPRS for Genome Science</em> vereint experimentelle und computergestützte Methoden in der Doktoranden-Ausbildung. Bild vergrößern
Die IMPRS for Genome Science vereint experimentelle und computergestützte Methoden in der Doktoranden-Ausbildung.

„Mit unserem Promotionsprogramm machen wir das interdisziplinäre Zukunftsfeld der Genom-Wissenschaften in Göttingen sichtbar. Zudem wollen wir innovative Ideen für die Spitzenforschung umsetzen. So können etwa zwei Doktoranden mit sich ergänzenden Ansätzen aus dem experimentellen oder dem theoretischen, rechnergestützten Bereich zusammen an einer wissenschaftlichen Fragestellung arbeiten. Dabei werden sie von zwei Fakultätsmitgliedern betreut, die beide Bereiche abdecken“, sagt Patrick Cramer, Sprecher der IMPRS for Genome Science und Direktor am MPI für biophysikalische Chemie.

Mit dem neuen Promotionsprogramm stärkt nun die fünfte IMPRS den Wissenschaftsstandort Göttingen. Sie wird in die bewährte Struktur der Doktorandenausbildung am Göttingen Campus eingebettet: die Georg August University School of Science (GAUSS) und die Göttinger Graduiertenschule für Neurowissenschaften, Biophysik und Molekulare Biowissenschaften (GGNB). Vonseiten der Universität Göttingen beteiligen sich die Fakultät für Biologie und Psychologie, die Medizinische Fakultät, die Fakultät für Physik sowie die Fakultät für Mathematik und Informatik.

Für das Programm können sich Studierende aus aller Welt bewerben, die einen Diplom- oder Master-Abschluss in Lebenswissenschaften, Mathematik, Computer-Wissenschaften, Statistik, Physik oder verwandten Fächern besitzen. In die IMPRS for Genome Science sollen pro Jahr zehn Doktorandinnen und Doktoranden aufgenommen werden, die Promotionsdauer ist auf drei Jahre ausgelegt. Die Vermittlung von theoretischem Hintergrund und methodischen Kompetenzen wird ergänzt durch regelmäßiges Mentoring und eine eigene Vortragsreihe zu Genom-Wissenschaften. Dazu kommen Kurse zum Erwerb von Schlüsselqualifikationen wie Kommunikationstechniken oder Projekt- und Teammanagement. Darüber hinaus werden die Studierenden ermuntert, Aktivitäten wie Vorträge mit externen Sprechern oder jährliche Symposien zu organisieren. Alle Lehrveranstaltungen finden in englischer Sprache statt. (ad/hi)

Über die International Max Planck Research Schools

Bereits seit dem Jahr 2000 baut die Max-Planck-Gesellschaft zusammen mit Universitäten in Deutschland ein Netzwerk von Promotionsprogrammen auf, die sogenannten International Max Planck Research Schools (IMPRS). Ziel dieser Programme ist es, besonders begabte ausländische und deutsche Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler zu gewinnen und zu fördern. Sie bieten diesen nach ihrem Studienabschluss eine strukturierte wissenschaftliche Ausbildung und hervorragende Forschungsmöglichkeiten. Deutschlandweit werden etwa 60 Prozent der IMPRS-Stipendien an ausländische Studierende vergeben. Derzeit gibt es 60 IMPRS in Deutschland.

 
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