Kontakt

Prof. Dr. Gerd Leuchs
Sprecher der Max Planck School of Photonics,
Direktor am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts
Telefon:+49 9131 7133-100
Prof. Dr. Joachim Spatz
Sprecher der Max Planck School on Physics, Chemistry and Construction of Life,
Direktor am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung
Telefon:+49 711 6893611

Pressemitteilung

Göttinger Forscher an Max Planck Schools beteiligt

Deutschland erhält neue Marke für Graduiertenausbildung mit internationaler Strahlkraft 

4. September 2017

2018 starten drei ausgewählte Max Planck Schools in eine fünfjährige Pilotphase. Jede School bündelt die deutschlandweit verteilte Exzellenz zu einem innovativen Forschungsfeld, um so herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus aller Welt anzuziehen und unter optimalen Bedingungen auszubilden. Die Universität Göttingen und das Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie sind bei der Max Planck School of Photonics und – gemeinsam mit dem MPI für Dynamik und Selbstorganisation – bei der Max Planck School on Physics, Chemistry and Construction of Life dabei. 

Die Max Planck Schools zielen darauf ab, die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im deutschen Wissenschaftssystem zu einem Themengebiet forschen, orts- und institutionsübergreifend zusammenzubringen, um Spitzenstudierende aus aller Welt zu rekrutieren. Diese sollen als Studierende und Promovierende zur Leistung der deutschen Wissenschaft beitragen und – zumindest teilweise – später hier weiter in der Forschung tätig sein. Zudem sollen mit den Schools neue und teils unkonventionelle Forschungsgebiete erschlossen und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ausgebildet werden, die an den Grenzen klassischer Fachdisziplinen nach Erkenntnis suchen. Die Schools werden damit im unmittelbaren Wettbewerb stehen zu den international besten Forschungsuniversitäten. Vor diesem Hintergrund ist auch der Name „Max Planck Schools“ gewählt: Er soll keine Dominanz der Max-Planck-Gesellschaft suggerieren, sondern als weltweit mit höchsten Qualitätsansprüchen in der Wissenschaft etablierter Markenname eine unmittelbare internationale Sichtbarkeit gewährleisten. 

Max-Planck-Präsident Prof. Dr. Martin Stratmann und Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka bei der Verkündung der ersten drei <em>Max Planck Schools</em>. Bild vergrößern
Max-Planck-Präsident Prof. Dr. Martin Stratmann und Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka bei der Verkündung der ersten drei Max Planck Schools.

Max Planck School on Physics, Chemistry and Construction of Life

Die Max Planck School on Physics, Chemistry and Construction of Life fördert eine offene und multidisziplinäre Herangehensweise, um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auszubilden, die sich den grundlegenden Fragen widmen: Was genau ist Leben? Können lebensähnliche Prozesse, Funktionen und Objekte im Labor simuliert und nachgebaut werden? Darüber hinaus hat die Max Planck School das Ziel, zu ergründen, wie diese Vorgänge quantitativ beschrieben und ihre Abläufe vorhergesagt werden können. Die Erforschung der fundamentalen Prinzipien des Lebens wird nicht nur Forschungsgebiete wie Biophysik, Synthetische Biologie, Systemchemie oder Bioinformatik maßgeblich beeinflussen, sondern erfordert auch ethische, soziale und philosophische Überlegungen zu unseren grundlegenden Definitionen von Leben. Daher werden Fragen zu Verantwortung, Autonomie und Recht sowie zur Definition von lebensähnlichen Systemen ebenfalls Bestandteil des Curriculums sein. 

Am Netzwerk der Max Planck School on Physics, Chemistry and Construction of Life sind 17 Forscherinnen und Forscher von elf Max-Planck-Instituten beteiligt. Die Universitäten Heidelberg und Göttingen, die Technische Universität München sowie das Leibniz-Institut für Interaktive Materialien sind mit insgesamt 22 Wissenschaftlern vertreten. Darüber hinaus werden zu Beginn zwölf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von sieben weiteren Universitäten als Fellows mitwirken.

Eberhard Bodenschatz, Direktor am MPI für Dynamik und Selbstorganisation, hat die Idee der Max Planck School on Physics, Chemistry and Construction of Life maßgeblich vorangetrieben. „Diese Schule bringt überregional die besten Köpfe in Deutschland zum Thema ‚Konstruktion des Lebens’ zusammen. Dabei übernehmen meine Kolleginnen und Kollegen in den Fakultäten für Physik und Chemie der Universität Göttingen mit ihrem internationalem Masterprogramm sowie meine Kolleginnen und Kollegen am MPI für Dynamik und Selbstorganisation und am MPI für biophysikalische Chemie eine führende Rolle“, sagt Bodenschatz. 

Die Präsidentin der Universität Göttingen, Ulrike Beisiegel, freut sich über die heutige Zusage durch Bundesforschungsministerin Johanna Wanka: „Die Max Planck School on Physics, Chemistry and Construction of Life ist ein inhaltlich und personell ausgezeichnetes Vorhaben, das auch im Geiste der am Göttingen Campus gelebten Idee gemeinsamer Strukturen unsere Unterstützung hat. Bei der Umsetzung des Projekts stehen wir für eine partnerschaftliche Betreuung, Rekrutierung und Förderung der Promovierenden zur Verfügung, die gleichzeitig in unsere Graduiertenschulen eingebunden sind. Gleiches gilt für die Masterstudierenden, die nur in enger Absprache mit den Fakultäten betreut werden können.“

Die Max Planck School on Physics, Chemistry and Construction of Life wird vorwiegend Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen aufnehmen, die zunächst eine zweijährige Master-Phase absolvieren, um dann eine dreijährige Promotionsphase anzuschließen. Geplant ist die Aufnahme von 20 Studierenden pro Jahr.

Max Planck School of Photonics

Die deutsche Photonikforschung ist weit gefächert und weltweit führend; darauf baut die Max Planck School of Photonics auf, an der das MPI für biophysikalische Chemie ebenfalls beteiligt ist. Die Photonik ist eine wissenschaftliche Schlüsseldisziplin, die zum einen darauf ausgerichtet ist, Licht noch besser zu verstehen und zu kontrollieren, und die zum anderen die Eigenschaften von Licht ausnutzt, um berührungslose Sensoren, Energie- und Informationsträger zu entwickeln und in diversen Bereichen zur Anwendung zu bringen. Dementsprechend umfasst die Photonik eine Reihe von Teildisziplinen, die vielfältige wissenschaftliche Leitfragen untersuchen. Unter anderem zu folgenden will die Max Planck School of Photonics essenzielle Beiträge liefern: Können neuartige Bildgebungsmethoden helfen, Erkrankungen und Infektionen nichtinvasiv und in Echtzeit zu diagnostizieren und zu behandeln? Lassen sich biologische Systeme wie etwa Zellen mit Hilfe der Nanoskopie auf molekularer Ebene untersuchen, um deren Entwicklung besser zu verstehen und neue Diagnosemethoden etwa für die Onkologie zu entwickeln? Wie können optische und elektronische Nanosysteme gekoppelt werden, um Computersysteme leistungsfähiger und energieeffizienter zu machen? Kann der lasergestützte 3D-Druck so weiterentwickelt werden, dass sich Produkte unterschiedlicher Branchen ressourcenschonender und auf individuelle Bedürfnisse maßgeschneidert herstellen lassen? Lassen sich chemische Reaktionen auf atomarer Skala abbilden, um sie besser kontrollieren zu können? Können optische Verfahren helfen, die Kommunikation im Internet abhörsicher zu gestalten?

Die Max Planck School of Photonics bringt standortübergreifend mehr als 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Instituten der vier großen deutschen Forschungsorganisationen und sieben Universitäten zusammen. Neben dem MPI für biophysikalische Chemie sind zwei weitere Max-Planck-Institute beteiligt. Darüber hinaus ist das Deutsche Elektronen-Synchrotron dabei; auch internationale Kooperationen sind in Planung.

Die Max Planck School of Photonics richtet sich an Bachelor- und Master-Absolventinnen und -Absolventen – an erstere mit einem integrierten Master-Programm. Avisiert ist die Aufnahme von etwa 50 Studierenden und Promovierenden pro Jahr. (ch/cr/fk)

 
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