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Pressemitteilung

Kim Nasmyth mit Karl Friedrich Bonhoeffer Award Lecture geehrt

1. November 2017

Mit der Karl Friedrich Bonhoeffer Award Lecture würdigt das Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie den britischen Genetiker Kim Nasmyth, Whitley-Professor für Biochemie an der University of Oxford (Großbritannien). Er wird für seine richtungsweisende Forschung zur Regulation der Zellteilung ausgezeichnet. Der Vortrag mit feierlicher Überreichung der Bonhoeffer-Medaille findet am Mittwoch, 8. November 2017, um 14 Uhr im Manfred-Eigen-Saal des MPI statt und wird in englischer Sprache gehalten. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
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Prof. Dr. Kim Nasmyth

Der Name Kim Nasmyth ist verbunden mit einer ganzen Reihe von Entdeckungen, die die Teilung von Zellen und die Trennung von Chromosomen betreffen. So beschrieb Nasmyth zeitgleich mit anderen Wissenschaftlern erstmals den sogenannten Anaphase-Promoting Complex (APC/C). Der APC/C sorgt dafür, dass sich während der Zellteilung die beiden Kopien eines Chromosoms zum richtigen Zeitpunkt voneinander trennen und auf die beiden Tochterzellen verteilt werden können. Seine Forschung am APC/C in Hefezellen führte den Genetiker zu seiner zweiten großen Entdeckung, dem Cohesin-Komplex. Dieser hält die beiden Kopien eines Chromosoms am Beginn der Zellteilung zusammen. Nasmyth vermutete früh, dass Cohesin sich als Ring um die Chromosomen legt und sie so gewissermaßen aneinander kettet. Dies konnte er später bestätigen. Außerdem analysierte der Brite einen bisher unbekannten Mechanismus, der den Cohesin-Ring während der Zellteilung aufbricht und so die Verteilung der Chromosomen ermöglicht.

Die Erkenntnisse Nasmyths haben grundlegend dazu beigetragen, die Ursachen für fehlerhafte Chromosomenverteilungen zu verstehen, die etwa bei der Entstehung von Krebs eine Rolle spielen und zu genetischen Anomalien wie dem Down-Syndrom führen.   

Nasmyth studierte an der University of York (Großbritannien) Biologie und promovierte 1977 an der University of Edinburgh (Großbritannien) mit einer Arbeit über die DNA-Replikation in Spalthefen. Nach Forschungsstationen an der University of Washington in Seattle, Washington (USA) und am Cold Spring Harbor Laboratory, New York (USA) war er von 1982 bis 1987 Gruppenleiter am MRC Laboratory of Molecular Biology in Cambridge (Großbritannien). 1988 wechselte er an das Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie in Wien (Österreich), das er von 1997 bis 2005 leitete. Zusätzlich war er Honorarprofessor an der Universität Wien. 2005 berief ihn die University of Oxford als Professor für Biochemie. Seit 2006 ist er dort Whitley Professor of Biochemistry

Über die Karl Friedrich Bonhoeffer Award Lecture

Bereits seit dem Jahr 2004 lädt das MPI für biophysikalische Chemie regelmäßig renommierte Wissenschaftler ein, im Rahmen der Karl Friedrich Bonhoeffer Lecture über ihre neuesten Forschungsergebnisse zu berichten. Seit dem Jahr 2016 wird diese Reihe als Karl Friedrich Bonhoeffer Award Lecture weitergeführt, um herausragende Forscher für ihre wissenschaftlichen Erfolge zu ehren. Sie ist mit der Verleihung einer Medaille und einem Preisgeld von 5000 Euro verbunden. (fk)

 
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