Zu dieser Pressemitteilung

Pressemitteilung als PDF

Bildmaterial in Druckauflösung

Kontakt

Dr. Frederik Köpper
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon:+49 551 201-1310

Pressemitteilung

Hauke Hillen für herausragende Doktorarbeit ausgezeichnet

28. März 2018

Die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) hat Hauke Hillen, Nachwuchswissenschaftler am Göttinger Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie, mit dem diesjährigen Bayer Pharmaceuticals PhD Prize geehrt. Der Biochemiker erhält die Auszeichnung für seine Forschung zur Steuerung einer molekularen Maschine, die in den Kraftwerken lebender Zellen die Gene aktiviert.

Um ihren Energiebedarf zu decken, besitzen die Zellen unseres Körpers eigene Kraftwerke, die Mitochondrien. Doch nicht nur ihre Funktion als Energielieferant macht Mitochondrien besonders: Neben dem Zellkern sind sie die einzigen Zellkompartimente, die über eigene DNA verfügen. Nach der Anleitung der in dieser DNA gespeicherten genetischen Information stellen Mitochondrien Proteine für ihren eigenen Bedarf her. Den ersten Schritt auf dem Weg von den mitochondrialen Genen zu fertigen Proteinen führt eine spezielle molekulare Maschine aus, die mitochondriale RNA-Polymerase. Sie aktiviert die Gene, indem sie eine Kopie der in ihnen verschlüsselten Protein-Baupläne erstellt. Damit das reibungslos funktioniert, wird die Polymerase bei dieser Aufgabe von zahlreichen Faktoren gesteuert. Wie genau das passiert, war bisher allerdings weitgehend unbekannt.

Dr. Hauke Hillen mit dem Modell eines mitochondrialen RNA-Polymerase-Komplexes. Bild vergrößern
Dr. Hauke Hillen mit dem Modell eines mitochondrialen RNA-Polymerase-Komplexes.

Hillen ist es in seiner Doktorarbeit im Labor von Max-Planck-Direktor Patrick Cramer erstmals gelungen, die dreidimensionale Struktur mehrerer Komplexe aus mitochondrialer RNA-Polymerase und einer Reihe der sie steuernden Faktoren im atomaren Detail sichtbar zu machen. Entscheidend für diesen Erfolg war, dass Hillen in aufwendigen Experimenten Kristalle dieser Komplexe erzeugen konnte.

Dr. Hauke Hillen (rechts) erhielt den <em>Bayer Pharmaceuticals PhD Prize</em> am 22. März aus den Händen von GBM-Preissekretär Prof. Dr. Franz-Xaver Schmid. Bild vergrößern
Dr. Hauke Hillen (rechts) erhielt den Bayer Pharmaceuticals PhD Prize am 22. März aus den Händen von GBM-Preissekretär Prof. Dr. Franz-Xaver Schmid.

„Die Ergebnisse zeigen im Einzelnen, wie die Faktoren mit der DNA und der mitochondrialen RNA-Polymerase in Kontakt treten und so Start und Verlauf des Kopiervorgangs regulieren“, erklärt der Biochemiker. Die Arbeit trägt wesentlich dazu bei, zu verstehen, wie die Gene in den Mitochondrien aktiviert werden, und bildet eine wichtige Grundlage, um diesen Prozess noch genauer zu untersuchen. (fk)

Über den Preisträger

Hauke Hillen studierte von 2007 bis 2013 Biochemie an der Universität Tübingen mit einem mehrmonatigen Forschungsaufenthalt im Labor von Jennifer Doudna am Howard Hughes Medical Institute und an der University of California in Berkeley (USA). Anschließend begann er seine Doktorarbeit bei Patrick Cramer, zunächst am Genzentrum der Universität München und ab 2014 am MPI für biophysikalische Chemie in Göttingen. Seit seiner Promotion im Jahr 2017 setzt Hillen seine Arbeit als Postdoktorand in der Abteilung Molekularbiologie am Institut fort.

Über den Bayer Pharmaceuticals PhD Prize

Der Bayer Pharmaceuticals PhD Prize ist eine von drei Auszeichnungen, die die GBM für herausragende Promotionsarbeiten verleiht. Jährlich wird mit dem Preis ein Nachwuchswissenschaftler für seine Doktorarbeit in den Gebieten Biochemie und Molekularbiologie gewürdigt. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 1500 Euro verbunden. Verliehen wird sie auf der traditionellen Frühjahrstagung der GBM in Mosbach, die in diesem Jahr vom 22. bis 24. März stattfand.

 
Zur Redakteursansicht
loading content