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Manfred Lindau
Forschungsgruppenleiter, Professor an der Cornell University, Ithaca, USA
Telefon:+49 201-1677

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Manfred Lindau

Zellbiologie auf der Nanoskala

Zellen üben ihre Funktion im Körper mit hochentwickelten molekularen Maschinen aus. Diese Maschinen sind aus Proteinkomplexen aufgebaut und haben eine Größe von nur wenigen Nanometern, das sind millionstel Millimeter. Die Erforschung der Struktur und Funktion dieser Maschinen ist die Grundlage für ein mechanistisches Verständnis der Zellfunktionen, von der Signalverarbeitung bis zur Muskelkontraktion.

Das zentrale Projekt unseres Labors ist zur Zeit die Erforschung der molekularen Maschine, welche im Körper die Freisetzung vieler Neurotransmitter und Hormone aus neuronalen Zellen bewerkstelligt. Ähnlich wie ein motorisierter Türöffner öffnet diese Maschine eine Tür, welche den Austritt der Transmittermoleküle aus winzigen Speicherräumen, den sekretorischen Vesikeln, erlaubt. Mit einer Kombination aus Experimenten, bei denen wir die Öffnung dieser molekularen Türen mit speziell entwickelten mikroskopischen Sensoren charakterisieren, und Computersimulationen, in denen die molekulare Mechanik sichtbar gemacht wird, wollen wir herausfinden, wie diese molekulare Maschine arbeitet. Gifte, die bei Tetanusinfektionen auftreten, zerstören notwendige Komponenten dieser Maschine; die Behandlung mit dem bekannten BoTox modifiziert diese Maschine und reduziert so die Transmitterfreisetzung. Ein präzises Verständnis der Mechanik dieser Maschine kann zu neuen Behandlungsmethoden führen. Es wird auch unser Verständnis des Mechanismus, mit dem Viren in Zellen eindringen, voranbringen, weil diese sehr ähnliche Mechanismen nutzen.

Dieses Projekt wird gefördert durch den European Research Council (Advanced Grant Nr. 322699 "THE FUSION MACHINE").

 

 
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