Stefan Hell für Deutschen Zukunftspreis nominiert:
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![]() © Deutscher Zukunftspreis, Foto: Ansgar Pudenz download (990 x 700, 147kB) |
Er wollte sich nicht damit zufrieden geben, dass die Auflösung von Lichtmikroskopen nach physikalischen Gesetzen grundsätzlich beschränkt sei. Mit neuen und zunächst "verqueren" Ideen hat der Physiker Stefan Hell gültiges Lehrbuchwissen auf den Kopf gestellt und die Anwendungsmöglichkeiten der optischen Mikroskopie revolutioniert. Mit der von ihm entwickelten "STED-Mikroskopie" kann man - mit Licht und in Zukunft auch an lebenden Zellen - Einzelheiten erkennen, die selbst den best auflösenden herkömmlichen Mikroskopen bisher verschlossen blieben. Diesen innovativen und erfolgreichen Ansatz hat die Jury des Bundespräsidenten ausgewählt und als eines von vier Projekten für den "10. Deutschen Zukunftspreis - Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation" vorgeschlagen. Die 1997 erstmalig vergebene Auszeichnung ist mit 250.000 Euro dotiert und gehört zu den bedeutendsten Wissenschaftspreisen in Deutschland. |
| Das ist bei der STED-Mikroskopie der Fall. "Die Firma Leica Microsystems in Mannheim hat angekündigt, das STED-Mikroskop 2007 auf den Markt zu bringen," sagt Prof. Hell. Es ist seit langem das erste kommerzielle Mikroskop mit einer deutlich höheren Auflösung. "Das sollte sich nicht schwer verkaufen." Auch die Herstellung von elektronischen Bauteilen und Chips könne die STED-Mikroskopie oder ein verwandtes Verfahren beschleunigen oder verbilligen. Die größte Wertschöpfung sei aber nicht im Nettoverkaufspreis pro Stück zu suchen. Die wesentlich deutlicheren Einblicke ins Innere von Zellen werde neue Erkenntnisse in der Gesundheitsforschung schaffen und alles, was sich daraus ableitet: neue Therapieformen, neue Medikamente und die damit verbundenen Werte. "Dieser Markt hat nicht nur eine andere Größenordnung, sondern auch eine menschliche Dimension," sagt Stefan Hell. | ![]() Der Blick auf das Innere von Zellen wird immer schärfer: Die beiden Abbildungen zeigen Filamente in einer menschlichen Nervenzelle; links durch ein herkömmliches Konfokalmikroskop, rechts durch ein STED-Mikroskop. Die Auflösung des STED-Mikroskops ist um das Zwölffache besser. Bild: MPI für biophysikalische Chemie download (1000 x 569, 165kB) |
Stefan Hell, 1962 geboren, studierte in Heidelberg Physik. Er habe "phantastische" Physiklehrer und Hochschullehrer gehabt, denen man die Freude angemerkt habe, Physiker zu sein, Forschung zu machen und Dinge verstehen zu wollen. Nach seiner Promotion 1990 in Heidelberg verfolgte er seine Ideen zunächst als "freier Erfinder". Nach einer Zeit als Postdoktorand am EMBL in Heidelberg ging er 1993 als Gruppenleiter nach Turku, Finnland. Dort entwickelte er das Prinzip der STED-Mikroskopie. Von Turku aus wechselte Hell 1996 als Leiter einer Max-Planck-Nachwuchsgruppe an das MPI für biophysikalische Chemie in Göttingen, wo er seit 2002 die Abteilung NanoBiophotonik leitet. Hell ist Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und seit 2004 Honorarprofessor für Experimentalphysik an der Georg-August-Universität Göttingen. Er erhielt mehrere Preise, darunter 2000 den Preis der International Commission for Optics (ICO).
Schon 1999 waren zwei Direktoren am MPI für biophysikalische Chemie für den Deutschen Zukunftspreis nominiert: Peter Gruss und Herbert Jäckle. Mit ihrem Projekt "Molekularbiologische Verfahren für innovative Therapie" haben sie die Jury überzeugt und den Preis schließlich erhalten.
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www.deutscher-zukunftspreis.de
hier finden Sie ein ausführliches Interview mit Prof. Stefan Hell, eine kurze Beschreibung des Verfahrens und weitere Bilder.
www.mpibpc.mpg.de/PR/2006/ - Pressemeldungen vom 14. April und vom 10. August 2006
Prof. Dr. Stefan W. Hell, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Abteilung NanoBiophotonik, Am Fassberg 11, 37077 Göttingen, Tel: 0551 201-2500, Fax: -2505, eMail: shell@gwdg.de
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