Das Leben jedes vielzelligen Organismus basiert auf einem komplexen interzellulärem Netzwerk, das eine Kommunikation zwischen verschiedenen Zelltypen ermöglicht. Dieses zelluläre Netzwerk wird während der embryonalen Entwicklung durch gerichtetes Zellwachstum oder durch gerichtete Zellwanderung ausgebildet. Am Ende dieser Migration erfolgt nach der Erkennung des Zielgewebes die spezifische Adhäsion der beiden Zelltypen.
Der Fokus unserer Forschungsgruppe ist es, die molekularen Mechanismen zu identifizieren, die diesen zellulären Prozessen zu Grunde liegen. Zu diesem Zweck werden zwei Modellsysteme untersucht: Die Entwicklung der somatischen Muskulatur und die Wanderung der Keimbahnstammzellen.
Es wird eine Reihe von zell- und molekularbiologischen Techniken in Kombination mit klassischen genetischen und transgenen Methoden zur Identifizierung und Charakterisierung neuer Genaktivitäten genutzt, die für die Migration und Adhäsion notwendig sind. Es wird der entwicklungsbiologische Modelorganismus Drosophila melanogaster verwendet, da die Tauffliege die Möglichkeit bietet, sowohl die Vorteile der klassischen Genetik als auch die modernsten Darstellungsmethodik zu nutzen, um die Dynamik der Zellwanderung im lebenden Organismus untersuchen zu können. Da sowohl die morphologischen Aspekte der Zellwanderung als auch die zu Grunde liegenden Gene zwischen Wirbeltieren und Drosophila konserviert sind, können die gewonnen Ergebnisse auch auf entsprechende Prozesse bei höheren Lebewesen übertragen werden.