Langjähriger Max-Planck-Direktor Manfred Kahlweit verstorben

27. Januar 2012
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Das Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie trauert um seinen emeritierten Direktor Manfred Kahlweit. Am 24. Januar 2012 ist der Forscher im Alter von 83 Jahren verstorben. "Seiner Familie und seinen Angehörigen sprechen wir unser großes Mitgefühl aus", sagt der Geschäftsführende Direktor des Instituts, Gregor Eichele. "Für seine Errungenschaften als Forscher und seinen persönlichen Einsatz für die Wissenschaft sind wir Manfred Kahlweit in tiefer Dankbarkeit verbunden."

Kahlweits wissenschaftlicher Werdegang ist eng mit der Geschichte des Instituts verknüpft. Nach seinem Studium an der Universität Göttingen fertigte der 1928 geborene Physiker seine Diplomarbeit und Dissertation am MPI für physikalische Chemie an, einem der beiden Vorgängerinstitute des heutigen MPI für biophysikalische Chemie. Nach Forschungsarbeiten als wissenschaftlicher Assistent wurde er 1963 zum Wissenschaftlichen Mitglied des MPI für physikalische Chemie berufen. Den Aufbau des 1971 neu gegründeten MPI für biophysikalische Chemie hat Manfred Kahlweit maßgeblich begleitet. Dort leitete er von 1971 bis 1996 die Abteilung "Kinetik der Phasenbildung".

Seine Forschung über Kristallwachstum, Phasendiagramme komplexer Systeme und Mikroemulsionen lieferte wichtige Erkenntnisse für die Anwendung physiko-chemischer Methoden und trug dazu bei, grundlegende Mechanismen biologischer Prozesse besser zu verstehen.

Mit Manfred Kahlweit verliert das Institut nicht nur einen herausragenden Wissenschaftler und ungewöhnlich kreativen Experimentator mit tiefem theoretischen Verständnis, sondern auch einen äußerst engagierten Menschen. Als Mitglied des Gründungssenats der Universität Bremen und als Kommissarischer Leiter während der Gründungsphase des MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam trug er entscheidend zur Entwicklung der Wissenschaftslandschaft in Deutschland bei. Er förderte den Austausch zwischen deutschen und französischen Wissenschaftlern und engagierte sich nicht zuletzt als Lokalpolitiker und für die Musik. (vk)

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