Die Kunst der Präzision
Malerei

25. April bis 25. Mai 2015

Brigitte Körber

Die Malerin Brigitte Körber ist als freischaffende Künstlerin in Berlin tätig. Nach Abschluss ihres Studiums der Malerei hat sie sich immer wieder neuen Themen und Techniken zugewandt. Prägend war für sie in der letzten Zeit die Begegnung und Arbeit mit Prof. Markus Lüpertz, bei dem sie in den Jahren 2009 bis 2013 studiert hat und in dessen Meisterklasse sie 2012 aufgenommen wurde.

"Brigitte Körber widmet sich seit einigen Jahren konsequent einem malerischen Themenbereich, den sie selbst zuweilen mit "Kunst trifft Technik" umschreibt," berichtet der Kunsthistoriker Dr. Martin Steffens über die aktuellen Arbeiten der Künstlerin. "Dabei ist dieser Titel doppeldeutig angelegt: Einerseits sind ihre Motive aus dem technischen Bereich - speziell der Metallverarbeitung - entlehnt, andererseits geht es in ihrem Schaffen auch immer um das Anwenden unterschiedlicher malerischer Techniken und Gestaltungen. Sie malt vorwiegend mit Acryl auf Leinwand und setzt doch fallweise Lacke oder Tuschen ein, um differenzierte, zum Teil pastose Oberflächen zu gestalten.

„Umbruch“, 80 x 100 cm , Acryl und Tusche auf Leinwand

Verbindende Elemente ihrer Arbeiten sind zum einen die eingesetzte, recht kühle Farbpalette - frühere Arbeiten changieren in ein Stahlblau oder kaltes Grün, während die aktuelle Malerei sich eher in Schwarz/Weiß und einem delikaten Grau artikuliert - und zum anderen die Darstellung von wie perfekt gefräst bzw. gedreht wirkenden Metallobjekten. Diese ganz konkret erkennbaren und in einer suggestiven Räumlichkeit dargestellten Körper können frei schwebend im weiten Raum angeordnet sein oder in verdichtete Strukturen wie ruhend eingebunden sein. Vor einem fein vermalten Hintergrund werden unterschiedliche Methoden der Raumbildung durchgeprobt.

Eine deutliche Spannung verleiht den Gemälden gerade das Nebeneinander von veristischer Darstellung und malerischer Abstraktion. Durch das Fehlen eines erläuternden Maßstabs oder auch eines Horizonts obliegt es dem Betrachter, sich die Größe und Funktion jener Elemente selber zu enträtseln. Uns wird suggeriert, dass diese zumindest zum Teil einem konkreten Zweck dienlich sind, zu komplex und aufeinander ausgerichtet sind die Anordnungen, als dass sie willkürlich erscheinen. Alles zwischen Präzisionsschraube und Raumschiff scheint dabei vorstellbar - will man das Dargestellte denn überhaupt so dinglich fassen."


Die Ausstellung ist vom 25.4. bis 25.5.2015 im Foyer des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr zu sehen.

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