"Wie funktioniert Lernen?"

(Realschule Kropp, Kropp)

Antwort:

Leider lässt sich auf diese sehr weitgefasste Frage keine einfache Antwort geben. So ist es schon schwierig, eine Definition von LERNEN zu geben, mit der alle einverstanden sind. Dies zeigen sehr schön die folgenden Beispiele:

Lernen ist:

[1] das Erwerben oder Verändern von Kenntnissen, Fähigkeiten, Einstellungen und Verhaltensweisen durch Verknüpfung von vorhandenem Wissen mit neuen Informationen.

[2] ein "psychischer" Vorgang, der primär auf Erfahrung oder Übung beruht und tendenziell dauerhaft die Wahrscheinlichkeit verändert, mit der eine Person auf bestimmte Weise auf wahrgenommene Reize reagiert (z. B. Kauf bestimmter Marken).

[3] das Abspeichern von Erkenntnissen im Gedächtnis.

[4] grundlegend für jede Art von aktueller Anpassung, die sich als Resultat von Erfahrungen bildet.

[5] der Erwerb, die Veränderung oder der Abbau von Erlebens- und Verhaltensweisen durch bestimmte Umwelterfahrungen.

[6] eine erfahrungsbedingte Modifikation des Verhaltens, als Korrektur von individuellem Gedächtnisbesitz auf der Grundlage von Informationsverarbeitung.

[7] Veränderung im Verhalten oder Verhaltenspotential eines Subjekts in einer bestimmten Situation, die durch wiederholte Erfahrung des Subjekts in dieser Situation hervorgerufen wurde und die nicht durch angeborene Reaktionstendenzen, Reifung oder momentane Zustände (Müdigkeit, Trunkenheit, Triebzustände usw.) erklärt werden kann.

Fasst man nun diese verschiedenen Definitionen zusammen, so ist Lernen ein offener Prozess, bei dem ein bestimmter Eingang (Information) den Ausgang eines Systems (black box) mehr oder weniger dauerhaft verändert. Das heißt, in dem System müssen Veränderungen von aussen initiiert, dann dauerhaft abgespeichert werden und abrufbar sein, um den Ausgang des Systems zu verändern.

Bewusstes und unbewusstes Lernen

Betrachten wir uns Menschen, dann kann sich dieser Vorgang bewusst (explizites Lernen) oder unbewusst (implizites Lernen, z.B. die unbewusste Beeinflussung durch Werbung) ereignen. Psychologen unterscheiden weiterhin inzidentelles Lernen, d.h. unbeabsichtigtes Lernen und motorisches Lernen (Koordination des Bewegungsapparates). Die ‚Black Box‘ ist dabei das Zentralnervensystem, welches aus Nervenzellen und Gliazellen besteht.

Nervenzellen sind nach einem bestimmten Muster miteinander verbunden, sie bilden Netzwerke, die Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen sind die Synapsen. An diesen Kontaktstellen kann Information in Form eines Überträgerstoffes (Transmitter) von einer Nervenzelle an weitere übermittelt werden.

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