Stefan Hell Fellowship für Jonas Bucevicius

14. Juni 2018

Der Nachwuchswissenschaftler Jonas Bucevicius ist auf der Jahreshauptversammlung der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) in Heidelberg mit einem Stefan Hell Fellowship ausgezeichnet worden. Der Chemiker erhält damit einen Arbeitsvertrag am Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie sowie Sachmittel für seine Forschung. 

Das Ziel von Bucevicius‘ Forschung ist es, neue fluoreszierende Sonden zu entwickeln, die Moleküle und Strukturen in lebenden Zellen sichtbar machen. Diese Sonden sind für Mediziner, Biologen und Biochemiker wichtige Werkzeuge, um Lebensprozesse in Zellen und Organismen im molekularen Detail untersuchen zu können. 

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Prof. Dr. Herbert Jäckle überreicht die Auszeichnung an Dr. Jonas Bucevicius (rechts).

„Mich fasziniert das molekulare Phänomen der Fluoreszenz“, verrät der Preisträger. „Wird eine fluoreszierende Substanz beleuchtet, strahlt sie augenblicklich selbst Licht aus.“ Diese Eigenschaft wird besonders in der optischen Nanoskopie genutzt, beispielsweise in der von Stefan Hell entwickelten STED- und MINFLUX-Mikroskopie. „Um fluoreszierende Farbstoffe neu zu designen oder vorhandene Sonden zu optimieren, bietet mir das MPI für biophysikalische Chemie eine perfekte Arbeitsumgebung und ich bin überglücklich, im Team von Stefan Hell mitarbeiten zu können“, sagt Bucevicius.

Leidenschaft für Chemie 

Ein ausgeprägtes Interesse an Chemie hatte der gebürtige Litauer bereits als Schüler. „Deshalb wusste ich schon früh, dass ich dieses Fach einmal studieren würde“, berichtet er. Sein Studium der organischen Chemie schloss er an der Universität Vilnius in Litauen erfolgreich ab. Nach seiner Promotion im selben Fach und einem weiteren Jahr als Dozent an der Vilniaus Universitetaswechselte er für eine Postdoktorandenstelle an das MPI für biophysikalische Chemie, wo er seitdem in der Abteilung NanoBiophotonikvon Stefan Hell forscht. 

Nobelpreisträger der Max-Planck-Gesellschaft können zur Würdigung ihrer besonderen Leistungen jeweils einen herausragenden Postdoc mit einem Nobel Laureate Fellowshipauszeichnen. Dieses Instrument der MPG-Nachwuchsförderung bietet den jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen einmaligen Einblick in die Forschungstätigkeiten der Nobelpreisträger. Ferner können sie von deren exzellenten nationalen und internationalen Netzwerken für ihre eigene Karriere profitieren. In diesem Jahr werden neben Jonas Bucevicius drei weitere junge Forscherinnen und Forscher mit einem Nobel Laureate Fellowship geehrt. Die Auszeichnung wird ihnen während der MPG-Hauptversammlung verliehen, die in diesem Jahr vom 12. bis 14. Juni in Heidelberg stattfindet. (cr)

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