Manfred Eigen erhält den "Lifetime Achievement Award" 2005 des Institute of Human Virology

25. Juli 2005

Professor Manfred Eigen, Nobelpreisträger und ehemaliger Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, erhält den 2005 Institute of Human Virology "Lifetime Achievement Award". Der Preis wird ihm am 30. August 2005 im Rahmen eines Festbanketts am Institute of Human Virology in Baltimore/USA übergeben. Direktor des Instituts ist Robert Gallo, einer der Entdecker des HIV.

Der Preis, der jährlich von den Wissenschaftlern des Instituts in Baltimore gemeinsam vergeben wird, soll die kontinuierliche Forschungsarbeit einer Person auszeichnen, die zu substanziellen Fortschritten in der Wissenschaft geführt hat. Außerdem sollen der Preisträger oder die Preisträgerin die Arbeit der dortigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nachhaltig beeinflusst haben. Manfred Eigen war einer von vier Nominierten in diesem Jahr und erhielt nahezu 100% der Stimmen. Verbunden mit dem Preis ist - neben der Teilnahme am Festbankett - ein Vortrag des Preisträgers und das Vorschlagsrecht für einen weiteren Redner. Herr Eigen hat dafür Professor Hilary Koprowski ausgewählt.

Das Institute of Human Virology (IHV) in Baltimore/USA wurde 1986 als Exzellenz-Zentrum gegründet, um chronische Viruskrankheiten und virale Krebserkrankungen zu erforschen, damit diese erfolgreich behandelt und möglichst schon im Vorfeld verhindert werden können. In seiner Struktur sind multidisziplinäre Forschungsansätze mit klinischen Programmen verknüpft, so dass neue Entdeckungen direkt zur Behandlung von Patienten umgesetzt werden können. Mit derzeit etwa 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hilft das IHV, so der eigene Slogan, "den Patienten vor Ort und weltweit der Wissenschaft".

Manfred Eigen, geboren 1927, erhielt 1967 den Nobelpreis für Chemie für die Untersuchung extrem schneller chemischer Reaktionen und, unter anderem, 1993 den Paul-Ehrlich-Preis. Bereits 1957 war er zum Wissenschaftlichen Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft berufen worden, war Abteilungsdirektor, zuletzt am 1971 neu gegründeten Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, dessen Ausrichtung er wesentlich mitgestaltet hat, wo er bis 1995 die Abteilung Biochemische Kinetik leitete. Auch nach seiner Emeritierung ist Professor Eigen weiterhin wissenschaftlich aktiv. Seit 10 Jahren verbringt er einen wesentlichen Teil seiner Zeit mit physikalisch-biologisch ausgerichteten Arbeiten am Scripps Research Institute in La Jolla/California.

Kontakt

Dr. Ruthild Winkler-Oswatitsch
Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie
Tel. +49 551 201-1432

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