Internationale Konferenz über Magnetresonanz in Göttingen

Internationale Konferenz über Magnetresonanz in Göttingen

14. August 2006

Etwa 800 Wissenschaftler aus aller Welt werden vom 20. bis 25. August in Göttingen erwartet zur 22. "Internationalen Konferenz über Magnetische Resonanz in Biologischen Systemen" (ICMRBS). Die Tagung, die alle 2 Jahre stattfindet (zuletzt in Hyderabad, Indien) gilt als wichtigstes Forum für Entwicklung und Anwendung von Magnetresonanz bei biologischen Fragestellungen. Organisator ist Prof. Christian Griesinger vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie.

Ein Anwendungsgebiet der Magnetresonanz (MR oder NMR) in biologischen Systemen ist vielen Menschen bekannt: Die Magnetresonanz-Tomografie (früher auch Kernspin-Tomografie genannt) gehört in vielen Krankenhäusern inzwischen zu den Standardverfahren bei diagnostischen Untersuchungen. Aber mit den Methoden der Magnetresonanz kann man auch (ohne Operation) die chemische Zusammensetzung von biologischem Material untersuchen und z.B. Ablagerungen oder die Bildung bestimmter Zellen entdecken. Ein relativ neues Gebiet der Magnetischen Resonanz sind Strukturuntersuchungen an großen, biologischen Molekülen. Die im Magnetfeld ausgelösten Schwingungen werden genau vermessen und erlauben mit komplizierten Rechenverfahren Rückschlüsse auf die Molekülstruktur. Mit dieser Methode wurde z.B. kürzlich festgestellt, wie ein Skorpiongift an Ionenkanäle in der Zellmembran bindet und deren molekulare Struktur verändert.

Die "Internationalen Konferenzen über Magnetische Resonanz in Biologischen Systemen" (ICMRBS) bestehen seit 1964. Es handelt sich um eine Serie zweijährlich stattfindender Konferenzen, die in den vergangenen 30 Jahren erheblich an Größe und Inhalt gewachsen sind. Die Treffen sind ein wichtiges Forum zum Austausch und zur Bewertung neuer Methoden und Entwicklungen. Neben der Verwendung von EPR (Paramagnetische Resonanz von Elektronen) und NMR (Magnetresonanz) an lebenden Systemen werden dort auch Methoden der Strukturbestimmung von Proteinen und Aminosäuren mit mehrdimensionalen NMR-Techniken diskutiert. Ziel ist die Bewertung des aktuellen Forschungsstandes und eine Richtungsbestimmung, wo Magnetresonanz den größten Erkenntnisgewinn bei biologisch wichtigen Problemen liefern kann.

Auf 21 Treffen in 12 verschiedenen Ländern in Nordamerika, Europa, Japan und Indien können die ICMRBS bisher zurückblicken. Die beiden letzten Treffen fanden in Toronto, Kanada, und in Hyderabad, Indien, statt. Nach Göttingen (2006) geht es 2008 nach San Diego in den USA.

Zur Ehrung der Gründer der ICMRBS wird seit 2002 die "ICMRBS Founders Medal" an junge Wissenschaftler vergeben, die außergewöhnliche Beiträge zur Entwicklung der magnetischen Resonanz in biologischen Systemen gemacht haben. Preisträger in diesem Jahr ist Dr. Marc Baldus, Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen. Er hat mit neuen Methoden die Festkörper- NMR-Spektroskopie für biologische Fragestellungen geöffnet und diese Methoden bei der Untersuchung von wichtigen biologischen Systemen angewendet.

Weitere Informationen:

www.icmrbs.org

Rückfragen bitte an: 

Prof. Dr. Christian Griesinger, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie,
Abteilung NMR-basierte Strukturbiologie,
Tel: 0551 201-2200
E-mail: cigr@nmr.mpibpc.mpg.de

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