Rund 70 Schülerinnen und Schüler beim Zukunftstag am Institut

28. März 2019

Beim diesjährigen „Zukunftstag für Mädchen und Jungen“ erlebten Kinder und Jugendliche Wissenschaft und Technik hautnah. Sie schnupperten in 13 verschiedene Bereiche des Instituts hinein und probierten sich als Elektroniker, Forscher, Feinmechaniker, Informatiker, Tierpfleger oder Tischler aus. 

Wie stellt man den Aspirin-Wirkstoff Acetylsalicylsäure her? Warum sind Krallenfrösche wichtige Helfer für unsere Forschung? Wie züchtet man Proteine? Um solche und viele andere spannende Fragen ging es beim „Zukunftstag für Mädchen und Jungen“ 2019 am Institut. Nicht wenige der Kinder waren bereits zum wiederholten Mal dabei, um noch einen anderen Bereich des Instituts kennenzulernen. Die Nachfrage war in diesem Jahr so groß, dass fast alle Gruppen und Abteilungen noch einige Plätze mehr eingerichtet hatten. 

Foldscopes in Origami-Falttechnik bauen

In der Facility für Innovative Lichtmikroskopie und in der Abteilung NanoBiophotonik gab es Mikroskope zum Selbstfalten.

In der Facility für Innovative Lichtmikroskopie gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Entdeckungsreise in das Innere der lebenden Zelle. Die dafür eingesetzten Foldscopes hatte Leiter Dirk Kamin eigens für diesen Tag angeschafft. „Sie bestehen aus Papier und einer winzigen Linse und werden in einer Origami-basierten Papierfalttechnik zusammengebaut. Erhältlich sind sie derzeit nur in den USA“, erzählte er. Die Begeisterung war groß, als er den Kindern verriet: „Die Foldscopes dürft ihr mit nach Hause nehmen.“ Am großen Elektronenmikroskop in der Facility für Elektronenmikroskopie gab es neugierige Blicke durch das Okular auf die vorher eigens hergestellten Gewebeproben. 

Kristalle von Proteinen züchten und am Computer modellieren konnten die jungen Forscherinnen und Forscher in der Abteilung Molekularbiologie.

In der Abteilung Neurobiologie wiederum drehte sich diesmal alles um DNA und Bakterien. Die DNA zu isolieren ist einfacher als gedacht, wenn man das so gut erklärt bekommt, befanden die jungen Forscherinnen und Forscher nach erfolgreichem Experimentieren einstimmig. Und bewiesen beim Ausstreichen der Bakterienkulturen auf Agarplatten danach ebenso viel Geschick. Wie Proteine aussehen, welche Arbeit sie in einer lebenden Zelle verrichten und wie sich die Kräfte von Proteinen messen lassen, erklärten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Abteilungen Molekularbiologie und Theoretische und computergestützte Biophysik am Computer und im Labor so spannend, dass die Fragen der Zuhörenden kein Ende nehmen wollten. „Die Jugendlichen waren sehr gut vorbereitet und äußerst engagiert. Es hat mich wirklich überrascht, wie gut sie schon vorher wussten, was wir in unserer Forschung machen. Wir konnten daher schnell von der Theorie auch in die praktische und angewandte Biophysik einsteigen“, berichtete Petra Kellers. 

Aroma von Bananen aus dem Labor

Ein Muss: Konzentration und Geschick beim Zusammenbau eines Computers.
Gravieren auf traditionelle und moderne Art stand in der Feinmechanik auf dem Programm.

Und auch wenn in der Abteilung NMR-basierte Strukturbiologie sonst ebenfalls Proteine im Fokus stehen – am Zukunftstag ging es um die allseits beliebte Cola: Mithilfe der NMR-Spektroskopie konnte sich die Gruppe davon überzeugen, dass Cola nicht gleich Cola ist. In der Facility für Synthetische Chemie wiederum zog der Duft nach reifen Bananen durch den Raum, künstlich im Labor hergestellt. Unter der tollen Anleitung der Betreuer war auch die Synthese des Aspirin-Wirkstoffs von Erfolg gekrönt. 

Alles selbst ausprobieren wurde im IT & Elektronik Service, in der Tischlerei und in der Feinmechanik ebenfalls großgeschrieben. Konzentriert und sorgsam gingen alle zu Werke, um einen elektronischen Würfel oder einen Computer zusammenzubauen. Und in der Tischlerei konnte jeder das eigens gezimmerte Beistelltischchen mit nach Hause nehmen. Auch die in der Feinmechanik gravierten Namensschilder durfte jeder behalten. „Es war toll, mit wie viel Spaß und Geschick die Kinder auch diesmal wieder dabei waren und wie super sie das Gravieren auf traditionelle und moderne Weise hinbekommen haben“, so Christian Klaba. (cr)


Wissenschaft und Technik hautnah beim Zukunftstag

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