Reinhard Jahn erhält Aureus-Medaille der Universität Göttingen

5. April 2019

Der Göttinger Neurobiologe Reinhard Jahn hat die Medaille Aureus Gottingensis der Universität Göttingen erhalten. Die Hochschule ehrt den Wissenschaftler damit für seinen herausragenden Einsatz für den Göttingen Campus und die Nachwuchsförderung. 

Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel überreichte dem Preiträger Prof. Dr. Reinhard Jahn die Universitäts-Medaille Aureus Gottingensis. 

Reinhard Jahn habe am Entstehen des Göttingen Campus sehr große Verdienste gehabt und den Göttingen Spirit maßgeblich geprägt, betonte Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel in ihrer Laudatio. „Dabei unterstützte Reinhard Jahn auch immer die Entwicklung der Universität Göttingen, nicht zuletzt durch seine aktive Mitarbeit in der Exzellenzinitiative. Mit zahlreichen Projekten sowie in verschiedenen Positionen und Gremien hat er sich zudem immer für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses am Göttingen Campus eingesetzt. So konzipierte er unter anderem die Göttinger Graduiertenschule für Neurowissenschaften, Biophysik und molekulare Biowissenschaften (GGNB) und initiierte die erste International Max Planck Research School for Molecular Biology, die bundesweit ein großes Erfolgsmodell wurde.“ Sie lobte den Neurobiologen als eine Persönlichkeit mit hoher wissenschaftlicher Integrität und zeigte sich beeindruckt von Jahns immer konstruktiv-kritischen Beiträgen in Diskussionen, in denen er stets auch die menschliche Seite im Blick habe.

Alexander Stein, Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie und ehemaliger Mitarbeiter von Jahn, berichtete über seine persönlichen Erfahrungen mit dem Preisträger als Mentor. Freiheit für sein Team sei für Jahn immer selbstverständlich gewesen, seine mitreißende Begeisterung legendär – für das Detail ebenso wie für den größeren Zusammenhang. „Geduld verbindet sich bei Reinhard Jahn mit viel Toleranz. Es gibt keine Dogmen, keine vorformulierten Antworten, nur spannende Fragen“, so Stein. "In Situationen, in denen andere an Problemen verzweifelten, lief er zur Hochform auf." Stein betonte nicht zuletzt das große Engagement seines ehemaligen Doktorvaters in vielen Gremien, der es immer als seine Pflicht gesehen habe, der Scientific Community etwas zurückzugeben.

„Ich fühle mich durch die Auszeichnung sehr geehrt“, sagte Jahn, der an der Universität Göttingen studiert und dort seine Doktorarbeit angefertigt hatte. Er bedankte sich bei seinen vielen Kolleginnen und Kollegen am Göttingen Campus, die „mich hier gehalten haben“ und lobte die Arbeit von Steffen Burkhardt beim Aufbau der Graduiertenschulen, „die ein echter Kraftakt waren“. Am Ende seiner kurzen Rede versprach er: „Ich bin noch nicht weg!“ Als Emeritus-Direktor am MPI für biophysikalische Chemie wird Jahn seine Arbeiten fortführen. Vor Kurzem wurde er mit einem ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats ausgezeichnet, der mit rund 2,5 Millionen Euro für seine Forschung dotiert ist. 

Über den Preisträger

Reinhard Jahn war von 1997 bis 2018 Direktor am MPI für biophysikalische Chemie in Göttingen. Vorher war er unter anderem Professor für Pharmakologie und Zellbiologie an der Yale University (USA). Seit 2001 ist er Honorarprofessor der Universität Göttingen. Zu seinen wissenschaftlichen Auszeichnungen gehören unter anderem der Max-Planck-Forschungspreis, der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Ernst-Jung-Preis für Medizin, der Wissenschaftspreis des Landes Niedersachsen, der Balzan-Preis und ein ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates.

Über den Preis

Mit der Universitätsmedaille Aureus Gottingensis würdigt die Universität Göttingen seit 1965 Menschen, die sich in besonderer Weise für die Hochschule eingesetzt haben. Jahn ist neben Heinz Hilpert, Emil Woermann, Erich Biederbeck, Hildegunde Willrich, Sigrid Lüttge, Lars Ellegaard, Jianbin Wang und Andreas Büchting die neunte mit dieser Medaille geehrte Person.

 

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