Kunst am Fassberg: Verblüffung und Irritation

Surreale Werke von Nanna Bauschert-Engel, Heide Hübener, Mart de Vries und Harald Wiegleb

26. Februar 2007

In seiner Ausstellungsserie "Kunst am Fassberg" präsentiert das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie vom 10. März bis zum 9. April 2007 eine Gemeinschaftsausstellung mit Werken von Nanna Bauschert-Engel (Collagen), Heide Hübener (Zeichnungen), Mart de Vries (Objektkästen) und Harald Wiegleb (Malerei). Zur Eröffnung am 10. März um 15 Uhr spielen Nils König (Gongs) und Ove Volquartz (Kontrabassklarinette), Dr. Ulrich Nauber gibt eine Einführung in die Werke.

So unterschiedlich die Techniken sind, mit denen die Künstler ihre Werke gestalten, so ähnlich ist doch ihr surrealer Ansatz. Es ist der andere Blickwinkel auf vermeintlich Vertrautes, der das Befremdliche der Darstellungen ausmacht. Indem sich die Ebenen der Realität, des Traumhaften und des Assoziativen vermischen, stellen sich neue Bezüge und Sinnzusammenhänge her, die der Erwartung entgegenlaufen und zu "Verblüffung und Irritation", so der programmatische Titel der Ausstellung, führen.

Nanna Bauschert-Engel: Der Medienboss (Collage)

Nanna Bauschert-Engel zielt mit ihren Collagen auf die zumeist unbewussten Vorgänge beim Betrachter, die sich beim Erkennen oder Wiedererkennen von Bildern und Zeichen, wie wir sie aus Zeitschriften und der Werbung kennen, ereignen. Indem sie einzelne Aspekte dieser Bilder herauslöst und neu komponiert, schafft Sie neue Bilderwelten, deren dargestellte Bezüge uns mal befremden, mal entführen und mal aufrütteln wollen.

Heide Hübener: Wiegenlied für die Misslungenen (Zeichnung, Mischtechnik)

Heide Hübeners Zeichnungen drehen sich um soziale, technische oder wissenschaftliche Entwicklungen und deren mögliche Entgleisungen, wie sie sich bei der Fixierung auf das Machbare und ohne Rücksicht auf das Verantwortbare ereignen könnten. Das Mittel der Verfremdung dient ihr als humorvoller, ironischer und auch schon mal sarkastischer Stolperstein, um unseren Blick auf gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen zu schärfen.

Mart de Vries: Archäologie (Objektkasten).

Aus dem Nachlass von Mart de Vries stammen surreale Objektkästen, in denen er bekannte Gegenstände, oft Fundstücke, in ungewöhnlichen und überraschenden Kombinationen arrangierte und sie mit hintergründigen Untertiteln versah. Die Objektkästen erscheinen dabei wie kleine Ausschnitte einer befremdlichen Welt. Mit selbstironischer Distanz zu seinen kleinformatigen Kunstwerken nannte er die Holzkisten, in denen er seine Fundstücke vergrub, "Sachensärge".

Harald Wiegleb: Aquirre (Ölgemälde).

Harald Wiegleb ist ein Maler des Fantastischen. Seine Gemälde wollen die uns umgebende Welt mit der Welt des Unbewussten verbinden. Er will Träume darstellen und verschüttete Bilder zu Tage fördern. Seine Gestalten sind erkennbar, aber nicht immer greifbar und entziehen sich dadurch einer eindeutigen Bezeichnung. Die Bilder gewinnen durch ihren assoziativen Charakter erst im Dialog mit dem Betrachter und dessen eigener Erlebnis-und Erfahrungswelt eine jeweils individuelle Bedeutung.


Nils König (links) und Ove Volquartz

Die Vernissage findet am Samstag, den 10. März, um 15 Uhr, im Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Am Fassberg 11, Göttingen-Nikolausberg, statt. Zur Einführung spricht Dr. Ulrich Nauber. Zur musikalischen Annäherung an die surreale Bilderwelt gestalten Nils König und Ove Volquartz eine Improvisation mit Gongs und Kontrabassklarinette. Die Ausstellung dauert bis zum 9. April (Ostermontag) und ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr.

Weitere Informationen

Webseite Kunst am Fassberg

Kontakt

Dr. Ulrich Nauber
Ausstellungskoordinator
Tel. +49 551 201-1590
E-Mail: unauber@gwdg.de

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