Corona-Pandemie: Forschung unter strengen Sicherheitsvorkehrungen

Corona-Pandemie: Forschung unter strengen Sicherheitsvorkehrungen

20. April 2020

Nach mehreren Monaten im Not- und reduzierten Präsenzbetrieb hat das Institut zum Juni seine Forschung wieder aufgenommen. Wo möglich, arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch weiter von zu Hause. Für all jene, die an das Institut kommen, ist die Arbeit so organisiert, dass das Ansteckungsrisiko so weit wie möglich reduziert ist. Dazu zählen etwa das verpflichtende Tragen von Masken, gestaffelte Arbeits- und Pausenzeiten sowie strikte Abstandsregeln.

Alle Veranstaltungen und Vorträge sind weiterhin abgesagt, die Kantine bleibt für Externe geschlossen. 

Die Labore von Patrick Cramer, Dirk Görlich und Henning Urlaub am MPI-BPC arbeiten derzeit mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), der Universität Göttingen sowie weiterer Einrichtungen im CoV2DiaNetGÖ-Netzwerks des Göttingen Campus daran, diagnostische Verfahren für Covid-19-Infektionen zu entwickeln und auszubauen. Geleitet wird das zentrale Corona-Testlabor vom Institut für Medizinische Mikrobiologie der UMG von Uwe Groß und Michael Weig. Die dortigen Test-Kapazitäten werden so erheblich erweitert, sodass möglichst viele Patientinnen und Patienten getestet werden können. Jede mitwirkende Arbeitsgruppe steuert dabei Laborbedarf, Geräte und vor allem individuelle Expertise bei, um schnellstmöglich Erfolge zu erzielen und der Gesellschaft in dieser schwierigen Zeit zu helfen.

Die Gruppen um Patrick Cramer, Dirk Görlich, Marina Rodnina, Holger Stark und Henning Urlaub haben zudem Corona-Forschungsprojekte gestartet, die dazu beitragen sollen, die Pandemie zu bewältigen – und bereits erste Erfolge erzielt. So hat Patrick Cramer mit seinem Team die Struktur der "Kopiermaschine" des neuartigen Coronavirus entschlüsselt, die das RNA-Erbgut des Erregers vervielfältigt. Fällt diese Maschine aus, kann sich der Virus nicht weiter vermehren. Damit lässt sich nun erforschen, wie antivirale Substanzen wirken, die diese Kopiermaschine blockieren. Eine davon ist der Hoffnungsträger Remdesivir. Auch will die Gruppe um Cramer nach neuen, wirksamen Substanzen fahnden. 


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