Hochaufgelöste 3D-Bilder vom Affen-Gehirn

Göttinger Forscher haben den ersten umfassenden Magnetresonanz-Tomografie-Atlas erstellt

24. August 2009

Moderne bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanz-Tomografie (MRT) spielen eine Schlüsselrolle, wenn Wissenschaftler und Mediziner das Gehirn von Mensch und Tier untersuchen wollen. Primaten wie der Rhesusaffe stehen dabei durch ihre stammesgeschichtliche Nähe zum Menschen besonders im Fokus. Göttinger Forscher vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie haben jetzt den bisher umfangreichsten MRT-Atlas vom Gehirn lebender Rhesusaffen veröffentlicht. Die darin gezeigten Bilder sind in der derzeit höchsten technischen Qualität aufgenommen und zeigen die Gehirnstrukturen in den drei Raumrichtungen.

Die beteiligten Wissenschaftler mit dem MRT-Atlas: Dr. Roland Tammer, Dr. Klaus-Dietmar Merboldt, Dr. Sabine Hofer und Prof. Jens Frahm (von links).

"Die großformatigen Bildtafeln dokumentieren die Anatomie des Rhesusaffen-Gehirns mit einer räumlichen Auflösung von einem halben Millimeter und unterschiedlichen Kontrasten", erklärt Prof. Jens Frahm, Leiter der Biomedizinischen NMR Forschungs GmbH am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie. Rund zwei Jahre Forschungsarbeit seines Teams stecken hinter diesen Aufnahmen. Dabei kam ein ansonsten für Untersuchungen am Menschen genutztes MRT-System mit einer Feldstärke von 3 Tesla zum Einsatz. Die Messungen selbst sind für die Tiere völlig ungefährlich. Um zusätzlich zu den anatomischen Strukturen auch die Blutgefäße und die großen Nervenfaserbahnen innerhalb des Schädels aufzunehmen, setzten die Wissenschaftler zudem spezielle Techniken wie die MRT-Angiografie und die Diffusionstensor-MRT ein.

"Wir können damit Primatenforschern, Neurowissenschaftlern und Medizinern ein Buch an die Hand geben, mit dem sich die anatomischen Strukturen im Gehirn von Rhesusaffen einfach bestimmen lassen", sagt Projektleiter Dr. Roland Tammer. Der Atlas enthält zudem eine umfassende und allgemeinverständliche Einführung in die MRT.

Originalveröffentlichung

Roland Tammer, Sabine Hofer, Klaus-Dietmar Merboldt, Jens Frahm: Magnetic Resonance Imaging of the Rhesus Monkey Brain. Vandenhoeck & Ruprecht, ISBN 978-3-525-40424-9 (2009).

Weiterführende Links

Die Biomedizinische Forschungs GmbH

Weiteres Bildmaterial

Das Gehirn des Rhesusaffen in Höhe der Augen. Aufnahme mit der Magnetresonanz-Tomografie und Bezeichnung der anatomischen Strukturen (544 KB, Bild: NMRI / MPIbpc)

Kontakt

Biomedizinische NMR Forschungs GmbH
Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen
Tel: +49 551 201-1720
E-Mail: atlas@biomednmr.mpg.de

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