Tierhaltung

Tierhaltung


Unsere Tiere

Die meisten der bei uns in Versuchen eingesetzten Tiere stammen aus eigener Zucht, einige kommen auch von spezialisierten Versuchstierzüchtern. Ausgebildete, erfahrene Tierpflegerinnen und Tierpfleger sorgen gemeinsam mit zwei Tierärztinnen sowie unseren Auszubildenden und unserem Servicepersonal für eine tierschutzgerechte Haltung, die die vielfältigen Bedürfnisse der jeweiligen Tierarten berücksichtigt. Die Haltungsbedingungen entsprechen den gesetzlichen Vorgaben und gehen zum Teil deutlich darüber hinaus. 


Mäuse halten wir in Kunststoff-Käfigen mit freiem Zugang zu Futter und Wasser. Rückzugsmöglichkeiten bieten ihnen kleine Verstecke in Iglu-Form. Nestbaumaterial aus Pappe und getrockneten Pflanzenfasern trägt zur Thermoregulation bei und ermöglicht den Muttertieren eine optimale Pflege ihrer Jungtiere.


Ratten sind in geräumigen Käfigen mit erhöhtem Gitterdeckel untergebracht, der den Tieren das arttypische Aufrichtverhalten ermöglicht. Röhren bieten den Tieren Versteckmöglichkeiten, Papiertücher sorgen für Beschäftigung und dienen als Nestbau-Material.


Unsere Kaninchen leben vorwiegend als Gruppe in Bodenhaltung auf Einstreu und Stroh. In jedem Raum sind ausreichend Unterschlupf- und Versteckmöglichkeiten vorhanden. Kleingruppen von bis zu vier Tieren werden bei Bedarf auch in geräumigen Käfigen gehalten, die durch das Entfernen von Trennwänden verbunden sind. Jedes Tier kann sich dadurch nach Bedürfnis auch zurückziehen. 


Unsere Alpaka-Herde lebt auf einem großen Freigelände mit Weideflächen, Sandkuhlen und Schotterbereichen, das von einem Tiergartengestaltungsbüro entworfen wurde. Ihren geräumigen, hellen Stall können die Tiere jederzeit nutzen. Derzeit umfasst unsere Herde 22 Tiere. Sie sind von den Nikolausberger Waldwegen oder unserem Institutsgelände aus meist gut zu beobachten. 


Afrikanische Krallenfrösche halten wir in einem Süßwasser-Aquariensystem bei einer Wassertemperatur von 18 °C, in dem sie Versteckmöglichkeiten und künstliche Inseln nutzen können. 

Unsere Seesterne sind dagegen Salzwasser-Aquaten, die bei 16 °C gehalten werden. Sogenannte „lebende“ Steine, die mit Algen und Bakterien bewachsen sind, erzeugen Wasserstrudel und reichern die Becken an. 

Darüber hinaus halten wir den etablierten Planarien-Stamm Schmidthea mediterranea. Planarien sind einfache, abgeplattete, wurmförmige, wirbellose Tiere, die zumeist parasitisch leben. 

Zukünftig wird die Qualle Clytia hemisphaerica unser Artenspektrum ergänzen, für die wir derzeit eine Haltung etablieren. 

Für unsere aquatischen Tiere ist es wichtig, dass das jeweilige Wasser bestmöglich ihren heimischen Bedingungen entspricht. Für die Frösche sind dies die afrikanischen Tümpel, für die Seesterne ist es das Seewasser des pazifischen Ozeans. Die Wasserwerte (Härte, Salzgehalt, pH-Wert und Schadstoffe) werden konstant kontrolliert und durch gezielte Wasserwechsel in den gewünschten Bereichen gehalten oder angepasst. 


Qualitätsstandards und Kontrolle

Die hohen Qualitätsstandards in der Tierhaltung und in Tierversuchsprojekten werden von einer Tierschutzbeauftragten – einer erfahrenen Fachtierärztin für Versuchstiere – ständig überwacht und mittels regelmäßiger Kontrollen durch das Veterinäramt des Landkreises Göttingen bestätigt. Die Tierschutzbeauftragte wird von einer internen, institutseigenen Kommission unterstützt.

Die Tierschutzbeauftragte berät die Wissenschaftler darüber hinaus bei der Planung und Durchführung der tierexperimentellen Forschungsvorhaben und trägt dafür Sorge, dass die Belastung für die Tiere stets so gering wie möglich gehalten wird. 

Die Tierhaltung bietet auch Qualifizierungskurse an, um die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit Versuchstieren zu erlernen. Die Kurse sind von der Deutschen Gesellschaft für Versuchstierkunde (GV-SOLAS) zertifiziert.


Über unsere Projekte mit Versuchstieren können Sie sich auch auf unserem Tierversuchsportal informieren. 

 

 

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